Warum eine Checkliste?

Ein Bauträger, der zum dritten Mal mit uns arbeitet, schickt beim ersten Kontakt alles mit, was wir brauchen. Wir können am selben Tag starten, die erste Korrekturschleife brauchen wir kaum. Das ist kein Zufall - es ist die Routine, die durch Erfahrung entsteht.

Diese Checkliste komprimiert diese Erfahrung. Ob Sie zum ersten Mal eine Visualisierung beauftragen oder ein neues Projekt aufsetzen - mit diesen 12 Punkten starten Sie wie ein Profi.

Die 12-Punkte-Checkliste

1. CAD-Dateien vollständig und aktuell?

Das Fundament jeder professionellen Visualisierung. DWG oder IFC - Grundrisse aller Etagen, Schnitte (mind. 2), alle vier Ansichten (N, S, O, W). Wenn die Planung sich noch in Entwicklung befindet: kommunizieren Sie das. Es ist besser, zu warten, als auf Basis veralteter Pläne zu produzieren.

Warnung: PDF-Pläne sind kein Ersatz für CAD-Dateien. Sie ermöglichen keine maßstabsgetreue 3D-Modellierung. Wir bauen dann aus Ihren PDFs ein Modell - das kostet Zeit und Geld, die sich mit einer DWG vermeiden lassen.

2. Materialboard vorbereitet?

Für jede sichtbare Fläche brauchen wir eine Materialangabe: Fassade (Klinker, Putz, Holzverkleidung - inkl. Hersteller und Artikelnummer wenn möglich), Dachdeckung, Fensterrahmenfarbe, Eingangstür, Terrassenbelag, Außenanlagen-Oberflächen.

Tipp: Legen Sie die Materialangaben als einfache Tabelle an - Bauteil, Hersteller, Farbe/Nummer. Das dauert 30 Minuten und spart 2 Korrekturschleifen.

3. Perspektiven definiert?

„Eine Außenansicht" ist zu unspezifisch. Definieren Sie: aus welcher Himmelsrichtung wird geblickt, aus welcher Höhe (Fußgänger, leichte Vogelperspektive), zu welcher Tageszeit (Mittag, Abendlicht, Dämmerung), mit oder ohne Menschen/Fahrzeuge im Bild.

Wenn Sie unsicher sind: nennen Sie uns das Verwendungsziel (Exposé, Messestand, Website-Header) - wir empfehlen dann passende Perspektiven.

4. Verwendungszweck klar kommuniziert?

Eine Visualisierung für ein Exposé wird anders optimiert als ein Website-Hero-Bild oder eine Druck-Anzeige in einem Immobilienmagazin. Auflösung, Format, Bildausschnitt, Schärfeebene - all das hängt vom Verwendungsziel ab.

Verwendungszweck Empfohlene Auflösung Format
Online-Exposé / Immobilienportal 3000 × 2000 px JPG, RGB
Website (Hero-Bild) 3840 × 2160 px JPG / WebP, RGB
Druck (Broschüre, Anzeige) 5000 × 3500 px min. TIFF, CMYK
Messe-Großformat (ab 2m) 7000 × 5000 px TIFF, CMYK
Social Media (Instagram) 1080 × 1080 / 1350 px JPG, RGB
Video/Animation 4K (3840 × 2160) MP4, H.264/H.265

5. Deadline realistisch gesetzt?

Nennen Sie die echte Deadline - nicht eine, die zwei Wochen Puffer hat. Wenn wir wissen, dass Ihr Notartermin am 15. ist, planen wir darauf hin. Wenn Sie sagen „Ende des Monats", planen wir auf den 30. - und wenn das Projekt dann doch am 10. fertig sein soll, entsteht Stress.

6. Budget-Rahmen abgesteckt?

Kein Anbieter arbeitet ohne Budgetvorstellung optimal. Wer sagt „Budget: 5.000 €, 3 Außen- + 2 Innenansichten", bekommt ein passendes Angebot. Wer sagt „macht mal ein Angebot", bekommt entweder etwas zu Teures oder etwas, das am Umfang spart ohne es zu kommunizieren.

7. Interne Freigabestellen definiert?

Wer im Unternehmen gibt Korrekturen frei? Wenn der Geschäftsführer und der Architekt beide Feedback geben - wer hat das letzte Wort? Ungeklärte interne Strukturen führen zu widersprüchlichem Feedback, endlosen Schleifen und Frustration auf beiden Seiten.

8. Feedback-Prozess vereinbart?

Sammeln Sie Korrekturen gesammelt ein - nicht als Stream einzelner Nachrichten über 3 Tage. Eine Korrekturschleife ist: Wir liefern → Sie sammeln alles intern → Sie schicken gebündeltes Feedback → wir setzen um. Jede Runde als separater Schuss kostet Zeit.

9. Projektdaten-Übergabe per sicherem Kanal?

CAD-Dateien sind vertraulich. Bitte keine Übertragung per E-Mail-Anhang bei sensiblen Projekten. Nutzen Sie einen verschlüsselten File-Sharing-Dienst (WeTransfer Pro, Dropbox Business, SharePoint). Wir behandeln alle erhaltenen Unterlagen als vertraulich - auf Wunsch schließen wir eine NDA ab, bevor Sie uns etwas schicken.

10. Referenzbilder / Stimmungsboard (optional, aber hilfreich)?

Wenn Sie sagen „so ähnlich wie dieses Projekt, aber kälter in der Farbstimmung" - sparen Sie uns 1–2 Iterationen. Zeigen Sie Referenzen: andere Visualisierungen die Ihnen gefallen (oder auch die, die Ihnen nicht gefallen). Das calibriert unsere Vorstellung schneller als jede Beschreibung.

11. Lizenz und Nutzungsrechte besprochen?

Unsere Standard-Visualisierungen sind lizenziert für den Verwendungszweck, den Sie beim Auftrag angeben. Wenn Sie dieselben Bilder später für andere Zwecke nutzen wollen (z.B. Buch, Ausstellung, Werbeanzeige in einem anderen Medium), klären Sie das vorab - es vermeidet Überraschungen bei Lieferung.

12. CAD-Basis auf Marktkonformität geprüft?

Das ist der Punkt, den die meisten übersehen: Die Visualisierung ist nur so haftungssicher wie die Planungsgrundlage. Wenn Ihre CAD-Daten Angaben enthalten, die später in der Baugenehmigung oder im Kaufvertrag abweichen - entsteht ein Problem, das nicht der Visualisierer verursacht hat, aber trotzdem auf das fertige Bild zurückfällt.

CAD-basierte Visualisierungen von 3D-ARCHI sind dokumentiert und reproduzierbar - aber nur auf Basis der gelieferten Unterlagen. Stellen Sie sicher, dass Ihre CAD-Daten dem Stand der Planung entsprechen, der auch in den Vertragsunterlagen steht.

Die Kurzform aller 12 Punkte: Vollständige CAD-Dateien, Materialboard, konkrete Perspektivwünsche, klares Verwendungsziel, echte Deadline, Budgetrahmen, benannte Freigabestelle, gebündeltes Feedback-Versprechen, sicherer Datentransfer, optionale Referenzen, Lizenzklärung, aktuelle Planungsgrundlage. Wer alle 12 mitbringt, erhält das Ergebnis schneller, günstiger und mit weniger Reibung.
Bauträger-Markt DACH – Zahlen 2024/2025
  • 251.900 Wohnungen 2024 fertiggestellt (−14,4 % vs. 2023); Prognose 2025: 225.000–230.000 – niedrigster Wert seit Jahrzehnten (ZDB / Destatis)
  • Bauträger-Projektfinanzierungen: von 7,7 Mrd. EUR (2022) auf 4,2 Mrd. EUR (2023) – Rückgang um ~45 % in einem Jahr (IREBS-Studie / BF.direkt AG)
  • Banken verlangen 20–40 % Vorverkaufsquote vor Vollfinanzierung; Off-Plan-Verkauf ohne hochwertige Visualisierungen ist systemisch kaum möglich (BF.direkt AG, 2025)
  • 96 % der Online-Immobiliensuchenden legen Wert auf aussagekräftige Bilder im Inserat (Bitkom 2025, n=1.003)

Was passiert, wenn die Checkliste unvollständig ist?

Wir starten trotzdem - aber wir kommunizieren transparent, was fehlt und wie es die Timeline beeinflusst. Kein Projekt wird ohne Ihr Wissen mit unvollständiger Grundlage produziert. Manchmal ist es sinnvoll, mit dem zu starten, was da ist (z.B. Außenperspektive bereits produzieren, während Innenraumkonzept noch entwickelt wird). Solche Entscheidungen treffen wir gemeinsam, nicht einseitig.

Checkliste abgehakt - was jetzt?

Schicken Sie uns Ihre Unterlagen und nennen Sie uns Ihren Zeitrahmen. Wir prüfen alles innerhalb von 24 Stunden und melden uns mit einem Festpreisangebot.

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Häufige Fragen zur Beauftragung

Welche Unterlagen brauche ich für eine 3D-Visualisierung?

Mindestens: CAD-Dateien (DWG oder IFC) mit Grundrissen, Schnitten und Ansichten, Materialangaben für alle sichtbaren Flächen (Fassade, Dach, Fenster), und eine Beschreibung der gewünschten Perspektiven. Lageplan und Umgebungsfotos beschleunigen die Produktion erheblich und helfen beim Einbetten des Gebäudes in den Kontext.

Kann ich eine Visualisierung ohne CAD-Dateien beauftragen?

Grundsätzlich ja - aber dann muss aus Ihren Skizzen oder PDF-Plänen zuerst ein 3D-Modell aufgebaut werden. Das kostet extra (500–1.500 € je nach Komplexität) und verlängert die Lieferzeit um 5–8 Werktage. CAD-Dateien liefern Sie möglichst beim ersten Kontakt mit, um Zeit und Budget zu schonen.

Wie viele Visualisierungen braucht ein typisches Bauprojekt?

Als Orientierung: Ein Mehrfamilienhaus mit 10–20 Einheiten braucht 2–3 Außenperspektiven und 3–5 Innenraumvisualisierungen für ein vollständiges Exposé. Projekte mit Off-Plan-Verkauf (Verkauf vor Baubeginn) benötigen oft mehr Visualisierungen, da Käufer nur die Bilder als Entscheidungsgrundlage haben und mehr Vertrauen aufgebaut werden muss.

Wann im Projektverlauf sollte ich die Visualisierung beauftragen?

Idealerweise nach Abschluss der Entwurfsplanung (LP3 nach HOAI), wenn das Gebäude in Grundriss, Schnitt und Fassade feststeht - aber bevor die Detailplanung beginnt. Zu früh beauftragen (Skizzenphase) führt zu teuren Änderungsschleifen. Zu spät (kurz vor Baubeginn) erhöht den Zeitdruck unnötig und gefährdet die Qualität.

Warum verlangen Banken Vorverkaufsquoten – und was hat das mit Visualisierungen zu tun?

Bauträger-Projektfinanzierungen sind risikobehaftet: Das Volumen sank allein zwischen 2022 und 2023 von 7,7 auf 4,2 Mrd. EUR (–45 %). Banken steuern ihr Kreditrisiko über Vorverkaufsquoten: Üblich sind 20–40 % der Einheiten vor Baubeginn (BF.direkt AG, 2025). Wer 30 % eines Mehrfamilienhauses verkaufen muss, bevor auch nur ein Fundament gegossen wurde, kann das nur mit überzeugenden Visualisierungen tun. Hochwertige CAD-Renderings sind damit kein Marketing-Extra, sondern Voraussetzung für Projektfinanzierung.

Welche visuellen Formate erwarten Kaufinteressenten heute bei Neubauprojekten?

Laut Bitkom-Studie 2025 (n=1.003) legen 96 % der Online-Immobiliensuchenden Wert auf aussagekräftige Bilder im Inserat, 65 % ist eine 360-Grad-Darstellung wichtig, und 58 % wünschen sich eine virtuelle Besichtigungsmöglichkeit. 81 % beginnen die Suche auf Online-Portalen. Das bedeutet: Das erste und oft einzige Urteil über Ihr Projekt fällt digital - auf Basis von Visualisierungen, bevor ein Käufer je vor Ort war.